Französische Austauschschüler aus Saint-Jorioz genießen Aufenthalt in deutschen Familien

Der Austausch Peter-Wust-Gmynasium - Collège Jean Monnet jährt sich zum 14. Mal

Während an vielen Schulen beklagt wird, dass die Bereitschaft von Eltern und Schülern an mehrtägigen Austauschmaßnahmen teilzunehmen sinkt, erfreut sich der Schüleraustausch des Peter-Wust-Gymnasiums mit der Partnerschule St.Jorioz in den Savoyer Alpen nach wie vor großer Popularität. Ein Grund dafür ist sicher das sehr attraktive Reiseziel in der Nähe des Lac d’Annecy. Zum anderen ist aber auch das bewährte Konzept und die große Erfahrung der begleitenden Lehrkräfte ein Garant für den lange anhaltenden Erfolg.

 

Von Anfang an dabei ist Gerhard Croon, unterstützt wurde er dieses Mal von den Französischlehrerinnen Anna Bresser und Dorothea Chiron. Das PWG dankt den Betreuungslehrkräften sowie allen gastgebenden Eltern und vor allem auch den Schülerinnen und Schülern, die den Aufenthalt unserer Partner wieder zu einem großen Erfolg gemacht haben.

 Die Erlebnisse beim diesjährigen Besuch der französischen Korrespondenten in Merzig haben die Beteiligten in einem Erfahrungsbericht zusammengefasst. Viel Spaß beim Lesen!

Die Gastgeber des diesjährigen St.-Jorioz-Austauschs mit den Betreuungslehrkräften Anna Bresser und Gerhard Croon

Donnerstag, 29.09. gegen 17:00 Uhr am Lidl-Parkplatz: ein warmer Spätsommerwind umweht Eltern und Schüler. Gleich werden die sehnlich erwarteten 28 französischen Schüler und ihre Begleiterinnen Catherine Métral und Pascale Allgeier einfahren. 10 Minuten später entsteigen sie endlich dem Bus. Schnell haben sich die Partner gefunden, steigen in die bereitstehenden Autos und entschwinden. Der Anfang ist gemacht.

Am nächsten Tag finden sich alle im PWG ein, lernen die Schule kennen und nehmen am Unterricht teil. Um 10.30 Uhr werden die französischen Schüler zur Merziger Innenstadt geleitet, wo sie durch eine Stadtrallye einen ersten Eindruck ihrer Partnerstadt bekommen. Abends treffen sie sich im Pfarrheim Hilbringen wieder. Dort haben Eltern eine Begrüßungsparty organisiert und mit einem reichhaltigen Buffet für das leibliche Wohl gesorgt. Ausgelassen und fröhlich tanzen und bewegen sich Mädchen und Jungen zu lauter, rhythmischer Musik. So löst sich auch gerade bei den jüngeren französischen Gästen, die ihre deutschen Gastschüler zum ersten Mal sehen, die Nervosität und Anspannung. Pünktlich um 10.00 Uhr sind die Eltern zur Stelle, laden Kinder und Hilfsgeräte ein und fahren nach Hause.

Die folgenden drei Tage - Montag ist Tag der deutschen Einheit - ist dem Aufenthalt in den Familien vorbehalten. Nicht nur Verwöhnen, sondern auch Ausflüge und Fahrten fördern besseres Kennenlernen und Verstehen.

Der Dienstag bietet ein volles Programm. Vom PWG geht es für 58 Franzosen und Deutsche zum Tiergehege durch den Stadtpark zum Hauptbahnhof. Weiter mit dem Zug nach Völklingen zum Kulturerbe der Hütte. Nach Sprachen getrennt gewinnen die jungen Menschen in einem 90-minütigen ‘Parforce-Ritt’ einen sehr guten Überblick über das weitläufige Gelände. Treppauf- treppab geht es bis auf 45 m Höhe zu Hochöfen, Winderhitzern, verschiedenen Befüllungsvorrichtungen mit für die damalige Zeit revolutionären Techniken. Die sachkundige Führerin versteht es, ihren stets aufmerksamen Zuhörern einen Eindruck von der schweren Maloche bei ständigem Lärm, Hitze, Kälte und verschmutzter Luft zu vermitteln. Auch für die Buddha-Ausstellung ist genügend Zeit, bevor es wieder per Bahn weiter nach Saarbrücken geht. Mittagessen, Shopping - heute nicht mehr wegzudenken - lassen die freie Zeit schnell vergehen. In einem völlig überfüllten Zug  fahren wir dichtgedrängt stehend nach Merzig.

Bei strahlender Sonne aber kühlem Wetter geht es am Mittwoch wieder mit dem Zug nach Trier. Um 9 Uhr ist die Stadt noch menschenleer: Frau Métral und Herr Croon können die auf zwei Gruppen aufgeteilten französischen Schüler zu den bekannten Sehenswürdigkeiten der Römerstadt führen und die notwendigen Erläuterungen geben. Anschließend bleibt für einen Stadtbummel genügend Zeit.

Der letzte Tag führt zunächst zu Fuß vom PWG zum Wolfsgehege. Dieses Highlight ist vielen Franzosen schon vom Hörensagen von früheren Austauschschülern bekannt und entsprechend groß ist die Erwartung. Die Führung und Fütterung der Wölfe durch die Wolfsfrau Tatjana Schneider fällt leider krankheitsbedingt aus und die von Herrn Croon gegeben Erläuterungen zum Wolfsleben sind nicht ganz so ausführlich. Entschädigt werden die französischen Schüler aber durch ein kostenloses Wolfsgeheulkonzert und durch Wölfe, die sich zur allgemeinen Erheiterung für die Fotos in Pose werfen. Anschließend führt die Wanderung durch den romantischen Wolfsweg zum ‘Garten der Sinne’. Die kurze Erholungs- und Erfrischungspause im Café ist jedem willkommen, aber dann lassen sich die Schüler auch vom Reiz der Schönheit dieses kleinen Paradieses berühren. Wenn auch unsere Schüler von der Schönheit der Savoyer Alpen bei ihren Besuchen in Frankreich beeindruckt sind, so spüren unsere französischen Gäste, dass Merzig ihnen viel zu bieten hat.

Am Freitagmorgen finden sich Eltern, Schüler und die begleitenden Lehrer um 7:15 Uhr an der Stadthalle ein. Bald ist das schwerer gewordene Gepäck verstaut. Im herzlichen Abschied liegt schon die Vorfreude auf den für nächstes Schuljahr vorgesehenen Gegenbesuch in Saint Jorioz oder dem Wiedersehen auf privater Ebene.

 

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