50 Jahre nach dem Elysée-Vertrag lebt die deutsch-französische Freundschaft

Langjährige Partnerschaft zwischen dem Peter-Wust-Gymnasium und dem ‘Collège Jean Monnet aus St. Jorioz

Schon zum elften Mal jährt sich die Partnerschaft des Peter-Wust-Gymnasiums Merzig mit dem ‘Collège Jean-Monnet’ von Saint-Jorioz, einem malerischen Ort in den Alpen Hochsavoyens am Ufer des Sees von Annecy. So kamen am 11. Oktober 44 französische Gastschüler der ‘cinquième’ und ‘quatrième’ (entsprechend der Klassenstufen 7-8) am späten Nachmittag an der Stadthalle Merzig an, um eine Woche lang in den Gastfamilien, in der Schule und einem reichhaltigen Kultur- und Besichtigungsprogramm Eindrücke über deutsche Lebensweise, das deutsche Schulsystem und Land und Leute zu sammeln. Während etwa die Hälfte von ihnen sich auf das Wiedersehen mit ihren deutschen Korrespondenten freuten, die sie schon ein Jahr zuvor bei deren Besuch in St. Jorioz kennen gelernt hatten, waren die jüngeren aufgeregt, da sie hier zum ersten Mal mit ihren neuen deutschen Partnern zusammentrafen.

Freitag, der erste gemeinsame Tag von Deutschen und Franzosen, wurde in den ersten zwei Schulstunden dazu genutzt, den französischen Gastschülern einen Einblick ins Schulleben des PWG zu geben durch einen einführenden Vortrag, einen Schulrundgang und einer Teilnahme an einer Unterrichtsstunde. Drei gemeinsame Aktivitäten in Gruppen von jeweils ca. 28 Schülern sollten diesen ersten Schultag abwechslungsreich gestalten. Ein knapp einstündiger Stadtrundgang vermittelte den Gastschülern einen ersten Eindruck des Schulortes. Gruppendynamische Spiele und die gemeinsame Erarbeitung deutsch-französischer Sprichworte und Redensarten dienten dazu, gemeinsam ein Ziel zu erreichen, anfängliche Hemmungen zwischen den neuen Korrespondenten abzubauen und die ‘alten’ Korrespondenten wieder miteinander vertraut zu machen.
So waren die Voraussetzungen für das Wochenende in den Familien geschaffen, die für vielfältige, erlebnisreiche Aktivitäten und Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung genutzt wurden.
Diese waren Gesprächsstoff am folgenden Montag und ließen erkennen, wie sehr sich die Familien darum bemühten, ihren Gästen abwechslungsreiche Tage zu bieten. Dieser erste Wochentag führte die Gastschüler in die älteste Stadt Deutschlands Trier, von deren Schönheit sie auf den ersten Blick beeindruckt waren. Auch die von den begleitenden Lehrern durchgeführte Stadtführung, in der die Bedeutung dieser Stadt in der Zeit der Römer  im Zusammenhang mit der  Besichtigung der Sehenswürdigkeiten erläutert wurde, stieß auf großes Interesse. Diese geschichtliche Periode ist nämlich gerade Stoff des Geschichtsunterrichts. Natürlich war die daran anschließende Freizeit in Triers Fußgängerzone das besondere Highlight, da die Schüler ungestört in Gruppen ihren eigenen Interessen nachgehen konnten.
Am Dienstag erweiterte der Besuch der gallo-römischen Thermen in Bliesbruck die Kenntnisse unserer Gastschüler über römische Lebenskultur in unserer Gegend und über die Grenzen hinaus. Im Übrigen wurden sie mit dem archäologischen deutsch-französischen Gemeinschaftsprojekts. Bliesbrück-Reinheim Zeugen eines beeindruckendes Beispiels deutsch-französischer Zusammenarbeit und Freundschaft, die 50 Jahre nach dem Élysée-Vertrag lebendig ist.
Mittwoch, und schon nahte das Ende der erlebnisreichen ‘deutsch-französischen Woche’ am PWG.
Beim ganztägigen deutsch-französischen Ausflug und der anschließenden gemeinsamen Party im Jugendhaus konnte die Freundschaft zwischen den Austauschpartnern weiter vertieft werden. Im Dynamikum in Pirmasens kamen diesmal Technikliebhaber voll auf ihre Kosten. Eine Vielfalt Interaktiver Experimentier-Stationen fesselte die Teilnehmer mehr als drei Stunden. Bei einer immer sehr beliebten ‘Aktivität’, der zweistündigen Freizeit in Gruppen, erlebten die Schüler danach auf dem St. Johanner Markt das gesellige Zentrum unserer Landeshauptstadt. Hier konnten sich unsere französischen Gastschüler unter anderem, wie schon Montags in Trier, mit Andenken und Mitbringsel für Familie und Freunde eindecken.
Der Abend, d.h. die deutsch-französische Abschlussparty, sollte aber schließlich das absolute Stimmungshighlight der Austauschwoche werden und stand diesmal den ‘Boums’ (Abschlussparties), die wir schon häufig in Frankreich erlebt hatten, in nichts nach. Dies war einerseits den Eltern zu danken, die ein reichhaltiges und köstliches Buffet zusammengestellt hatten, andererseits aber in besonderem Maße den Mitarbeitern des Jugendhauses, die nicht nur die geeigneten Räumlichkeiten für uns vorher für unsere Zwecke ausgestattet hatten, sondern die auch die professionelle Musikanlage bedienten. Dadurch kam die von Schülern mitgebrachte fetzige Tanzmusik besonders zur Wirkung, brachte fast jeden dazu, mit zu tanzen und brachte die Stimmung schließlich zum Überkochen. Auch die von DJ Charline Kartheiser beeindruckend vorgetragene Gesangsdarbietung, die zu frenetischen Beifallsstürmen führte, heizte die Stimmung an. So war es nicht verwunderlich, dass das um 21 Uhr eingeläutete Ende dieser Party auf allgemeines Bedauern stieß. Leider hatten die deutschen Schüler ja am Folgetag noch einen vollen Schultag zu bewältigen.
Dieser letzte Tag des Austausches bot für unsere Gäste das Erleben der beiden kulturellen Perlen Merzigs, des Gartens der Sinne und des Wolfsparks. Bei herrlichem Wetter, das wie schon am Tage zuvor endlich bei sonnigen 20° am Mittag endlich zur Höchstform auflief, wurden diese Besuchsziele erwandert. Zunächst waren alle von der Schönheit des Gartens und seiner botanischen Vielfalt sehr angetan. Aber auch der romantische Waldspaziergang, der sie schließlich zum Wolfspark führte, war für sie etwas Besonderes. Den Wald lernten sie als eine typisch deutsche Landschaftsform kennen, die uns Deutschen ja zur Erholung und Entspannung dient. Bei dem immer wieder sehr anschaulichen und lebendigen Vortrag Werner Freunds und der anschließenden Fütterung dieser Raubtiere im Gehege, die in dieser Form wohl einmalig ist, erkannten unsere Gastschüler, dass Merzig den Beinamen ‘Hauptstadt der Wölfe zu Recht trägt.
Am Freitag hieß es Abschied nehmen: die Heimreise war für 7:30 Uhr vorgesehen. Tränen flossen, herzliche Umarmungen zeigten, wie gerne die jungen Menschen bei ihren Gastfamilien weilten. So ließ auch der diesjährige Austausch erkennen, wie sehr der in diesem Jahr zum 50-jährigen Jubiläum gefeierte Eylsée-Vertrag Früchte trägt und die Grundlagen nicht nur für eine friedvolle, sondern auch für  freundschaftliche Verbindung zwischen Deutschen und Franzosen auf allen Ebenen gelegt hat.

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