Europa hautnah: PWG-Gruppe besucht Europaparlament in Straßburg

Einen erlebnisreichen Tag im Europaparlament in Straßburg erlebte kürzlich eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Peter-Wust-Gymnasiums mit ihren Begleitlehrern im Rahmen des Politikunterrichts. Neben Einblicken in die Alltagsarbeit einer wichtigen europäischen Institution bereicherte auch die Begegnung mit einem europäischen Staatsoberhaupt in festlichem Rahmen die Tagesexkursion der PWG-Gruppe.

Brexit, Finanz- und Flüchtlingskrise, Rechtsruck. Die Probleme innerhalb der Europäischen Union sind vielfältig, viele erscheinen nahezu unlösbar. Europapolitik reduziert sich in der Wahrnehmung vieler auf Krisenmanagement. Die europäische Idee, das Ideal der Überwindung eines ausufernden Nationalismus nach der Weltkriegserfahrung des zurückliegenden Jahrhunderts, eine Gemeinschaft der Werte jenseits eines reinen Wirtschaftspragmatismus – all das scheint in den Medien und in der Wahrnehmung der Menschen in den Hintergrund geraten zu sein. Junge Menschen über die europäischen Institutionen und ihre Funktionen aufzuklären, sie aber auch für europäische Ideale zu gewinnen, das ist eine der Herausforderungen des schulischen Politikunterrichts und vielleicht wichtiger denn je in unsicheren Zeiten.

Einen hautnahen Eindruck von Europa, gerade in Krisenzeiten zu vermitteln, dieses Ziel hatten sich die Initiatoren der Veranstaltung, die PWG-Politiklehrer Christian Webel und Stefan Jakob gesetzt. Die Bilanz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fällt positiv aus.

Hier ein Erfahrungsbericht einer der beteiligten Schülerinnen, Jona Mohr aus der Klasse 10cn:

Am 14.02.2017 fuhren wir, die Klasse 10cn, gemeinsam mit dem Politik-Kurs 11 mit Herrn Webel und Herrn Jakob in das Europäische Parlament in Straßburg, Frankreich. Im Europaparlament wird von gewählten Abgeordneten unter anderem über die Zukunft Europas diskutiert und abgestimmt. Durch die Arbeit der Parlamentarier haben die Bürger der EU die Möglichkeit sich an der Entwicklung Europas zu beteiligen.

Als wir in der Empfangshalle des Parlaments ankamen, trafen wir vor Ort auf den Mann, welcher uns die folgenden Stunden durch die Räumlichkeiten führte: Herr Seeger von der Friedrich-Ebert-Stiftung. Nachdem wir uns in einem kurzen Rundgang mit dem Besucherbereich des Gebäudes vertraut machten, gab es ein Treffen mit dem saarländischen Abgeordneten Jo Leinen, Mitglied der Sozialdemokratischen Fraktion im Europaparlament (S&D).

Der nächste Punkt auf unserer Tagesordnung war der Empfang des Präsidenten von Österreich, Alexander Van der Bellen, in der Empfangshalle auf der anderen Seite des Gebäudes. Die Stimmung war sehr festlich; es wurden die Hymnen Österreichs und die der EU gespielt und auch die Presse war präsent.

Nachdem wir dies beobachteten, begaben wir uns in den Plenarsaal, in welchem die Debatten der 751 Mitglieder des Europaparlaments stattfinden, bei welchen man sich dann ein Bild von dem Alltagsgeschäft der Parlamentarier machen kann und man einen Einblick in das System der Abstimmungen im Parlament bekommt. Der erste Punkt war die Rede von Van der Bellen, welcher zuerst über sich selbst informierte (unter anderem über seine Flucht nach Österreich als Kind estnischer Eltern) und dann über seine Meinung zu der EU fortfuhr. Er äußerte sich deutlich positiv zur EU und legte den Fokus auf die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt, woraufhin er dann an die Jugendlichen Europas appellierte, dass sie die Zukunft Europas seien. Van der Bellen gestaltete seine Rede sehr lebendig mit dem Einbringen eines Gedichts und seines lokalen österreichischen Dialekts. Im Anschluss gab es eine Reihe von Abstimmungen, z.B. zu dem Thema „Whistleblower: EU-weiter Schutz für Informanten“.

Nach einer guten Stunde im Plenarsaal und einer Abschlussbesprechung mit Herrn Seeger begaben wir uns schließlich in die City der Stadt Straßburg und ließen das Europaparlament hinter uns, um uns Gedanken über die vielen verschiedenen Eindrücke machen zu können. Am Nachmittag traten wir die Heimreise an.

Drei Beteiligte aus der Klasse 10c äußerten sich zu der Exkursion wie folgt:

„Mir hat die Exkursion nach Straßburg sehr gut gefallen. Ein persönliches Highlight für mich war die Amtsansprache des Österreichischen Bundespräsidenten Van der Bellen. Diese Exkursion hat mich überzeugt, Politik in der Oberstufe weiterzuführen.“ – Schülerin 10cn

„Am Europaparlament hat mir der Plenarsaal am besten gefallen. Es war außerdem interessant, die Reaktionen der einzelnen Parteien auf die Rede des Österreichischen Bundespräsidenten Van der Bellen zu beobachten.“ – Schüler  10cn

„Van der Bellen ist ein sehr guter Bundespräsident und sehr pro EU – für mich kann er ganz klar die Zukunft der EU positiv beeinflussen.“ – Schüler 10cn

 

Die PWG-Gruppe im Europaparlament mit dem Abgeordneten Jo Leinen (Bildmitte)

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