Philosophie

Das Unterrichtsfach Philosophie

Im Unterschied zu den übrigen Wissenschaften, die jeweils einen inhaltlich abgegrenzten Bereich des Seienden mit vorgegebener Methodik zum Gegenstand haben, untersucht das philosophische Reflektieren die gesamte Wirklichkeit. Dabei wird der Schwerpunkt auf das kritische Fragen und Offenhalten von möglichen Antworten gelegt. Die vorliegenden Ergebnisse der Einzelwissenschaften werden zur Kenntnis genommen und hinsichtlich ihrer Zusammenhänge und Zuverlässigkeit überprüft.

Wie ein solches Philosophieren im praktischen Leben abläuft und was es leisten kann, hat der griechische Philosoph Sokrates vorgelebt. Er wunderte sich über die leichtgläubige Selbstverständlichkeit, mit welcher angesehene Experten seiner Zeit die komplexen und vielschichtigen Themen des Erkennens und Handelns darlegten. Beim beharrlichen Infragestellen ihrer vorgetragenen Standpunkte wurde deutlich, dass sie überzeugende Antworten nicht geben konnten. Eine ungeheure Ignoranz und tiefe Voreingenommenheit kamen zum Vorschein. Damit stellte Sokrates die Selbstüberschätzung namhafter Persönlichkeiten bloß.

Das Erkennen und Eingestehen der Grenzen des eigenen Wissens resultierte für Sokrates aus der Liebe zur Wahrheit. Dies war für ihn aber kein Grund zur Resignation, sondern ein Impuls zu unermüdlichem Weiterfragen. Dabei stieß er auf neue und überraschende Einsichten.

Die Offenheit für die Überprüfung des eigenen Standpunktes und der Positionen Andersdenkender, die Hinwendung zum kritischen Fragen und die vernunftgeleitete Suche nach begründetem Wissen mittels gewaltfreien Diskurses sind die Kunst des Philosophierens.

Interessierten Schülerinnen und Schülern des Peter-Wust-Gymnasiums wird in der Klassenstufe 10 das zweistündige Wahlpflichtfach Philosophie und in der Hauptphase der Oberstufe das zweistündige G-Fach oder vierstündige Neigungsfach Philosophie angeboten. Den Lehrplänen zufolge werden Themen der Anthropologie, Erkenntnistheorie, Ethik, Staatsphilosophie, Metaphysik(kritik) und Ästhetik unter Einbeziehung geeigneter Texte behandelt.

Die folgenden Fragen verdeutlichen exemplarisch das Themenspektrum:

  • Sind Tiere geistlose Automaten?
  • Über welche Eigenschaften verfügt allein der Mensch?
  • Wie zuverlässig ist die sinnliche Wahrnehmung?
  • Existiert die sichtbare Wirklichkeit tatsächlich?
  • Arbeitet das Gehirn wie ein Computer?
  • Erleichtert die Sprache das Erkennen?
  • Gibt es allgemeingültige Normen für menschliches Handeln?
  • Darf ein Kind als Lebensretter für ein anderes gezeugt werden?
  • Dürfen Embryonen nach dem Geschlecht selektiert werden?
  • Dürfen zwischenstattliche Konflikte auf dem Schlachtfeld ausgetragen werden?
  • Denkt, entscheidet und handelt der Einzelne frei?
  • Hat der Mensch eine unsterbliche Seele?
  • Ist alles Seiende einem ewigen Wandel unterworfen?
  • Können die Absurditäten in der Welt durch die Revolte überwunden werden?
  • Wird der Mensch sich zu einem Übermenschen höher entwickeln?
  • Gab es Philosophen mit einem prophetischen Weitblick?
  • Lässt sich das vollkommen Schöne adäquat beschreiben und in der Realität finden?
  • Platon, Descartes, Hume, Kant oder Nietzsche - welcher Philosoph überzeugt mehr?

Wer bei der gemeinsamen Suche nach neuen Erkenntnissen auf schnelle Patentlösungen und dogmatische Letztbegründungen verzichtet, ist vom philosophischen Diskurs begeistert.

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