Geschichte-Kurs des PWG auf Exkursion in Berlin

Das Peter-Wust-Gymnasium Merzig, das kürzlich erneut als ,,MINT-freundliche Schule“ ausgezeichnet wurde, setzt auch in den Gesellschaftswissenschaften wie dem Fach Geschichte interessante Akzente. Der G-Kurs 12 Geschichte Holz unternahm vom 6. bis 9. Dezember 2015 eine Exkursion nach Berlin, die an historischen Orten, in Museen, in Gedenkstätten, usw. wichtige Lehrplaninhalte vor allem der Halbjahre 12/1 und 12/2 vertiefte. Der Grundgedanke der Exkursion war es, dass ein nachhaltiges Lernen im Fach Geschichte durch das Erleben historischer Stätten wesentlich gefördert werden kann.

Bereits am Ankunftstag besuchte der Kurs die parlamentshistorische Ausstellung im Deutschen Dom am Gendarmenmarkt und sah sich anschließend die Dauerausstellung „Topographie des Terrors“ an. Durch die parlamentshistorische Ausstellung "Wege - Irrwege - Umwege" wird die historische Entwicklung des parlamentarischen Systems in Deutschland gezeigt. Die Dauerausstellung „Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße” thematisiert vor allem die zentralen Institutionen von SS und Polizei im NS-Faschismus sowie die von ihnen europaweit verübten Verbrechen.
Ein Höhepunkt der Exkursion war zweifellos der Besuch des Bundestags im Reichstagsgebäude, zu dem der Kurs vom saarländischen Bundestagsabgeordneten Petry eingeladen worden war. Nach einem interessanten Informationsvortrag auf der Besuchertribüne des Parlaments zur Geschichte des Reichstages als einer zentralen Institution der deutschen Geschichte trafen die PWG-Schüler mit Andreas Heyd, dem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten, zusammen. Heyd sprach mit den Schülerinnen und Schülern über die Arbeit im Bundestag und führte sie noch weiter im Reichstagsgebäude herum. Auf diese Weise gelangten die Teilnehmer u.a. auch in die Fraktionsräume der beiden größten Bundestagsfraktionen. Anschließend begab sich die Gruppe auf das Dach des Reichstagsgebäudes und konnte die berühmte Kuppel begehen. Von dort aus hatte man auch einen beeindruckenden Blick über große Teile Berlins. Zum Abschluss begab sich der Geschichtskurs ins benachbarte Paul-Löbe-Haus des Bundestages, wo man noch zum gemeinsamen Essen im Bundestagsrestaurant eingeladen war.
Nach dem mehrstündigen Aufenthalt im Reichstagsgebäude wurde das Programm zunächst mit einem Gang durch das Brandenburger Tor und über die Berliner Prachtstraße „Unter den Linden“ fortgesetzt. Auf ihrem Weg kamen die Schülerinnen und Schüler an bedeutenden Gebäuden und Orten wie u.a. den Botschaften wichtiger Staaten, der Humboldt-Universität, dem Zeughaus, der Neuen Wache (zentrale Gedenkstätte der BRD für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft), dem Lustgarten, dem Berliner Dom und dem im Wiederaufbau befindlichen Berliner Stadtschloss vorbei. Auch ein Abstecher in das Nikolaiviertel, Berlins erstes und damit ältestes Wohngebiet, war Teil des Rundgangs. Am späten Nachmittag begab man sich zur Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Die Gedenkstätte im berühmten Bendlerblock zeigt, wie sich einzelne Menschen und Gruppen gegen die NS-Diktatur gewehrt und ihre Handlungsspielräume genutzt haben. Dabei beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler jeweils mit bestimmten Widerstandsgruppen und präsentierten ihre Ergebnisse später im Kursunterricht an der Schule. Einige theaterbegeisterte Schülerinnen und Schüler nutzten zudem am Abend das Angebot ihrer Lehrkräfte, mit ihnen eine Theateraufführung zu besuchen.
Der Vormittag des nächsten Tages war durch eine interessante dreistündige Stadtführung geprägt. Da die Schülerinnen und Schüler an den Vortagen schon einige bedeutende Orte von Berlin kennengelernt hatten, konzentrierte sich die Führung u.a. auf die Hackeschen Höfe, das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, den Potsdamer Platz und die City West. Am Nachmittag fand der Besuch der Gedenkstätte und des Dokumentationszentrums Berliner Mauer in der Bernauer Straße statt. Diese Gedenkstätte ist der zentrale Erinnerungsort an die deutsche Teilung und erstreckt sich am historischen Ort in der Bernauer Straße auf 1,4 km Länge über den ehemaligen Grenzstreifen. Hier befindet sich das letzte Stück der Berliner Mauer, das in seiner Tiefenstaffelung erhalten geblieben ist und einen Eindruck vom Aufbau der Grenzanlagen zum Ende der 1980er Jahre vermittelt.
Abgeschlossen wurde die viertägige Berlin-Exkursion am Abreisetag mit den Besuchen der Ausstellung „GrenzErfahrungen - Alltag der deutschen Teilung“ und des Deutschen Historischen Museums. In der Ausstellung „GrenzErfahrungen“ im Tränenpalast, der Grenzübergangsstelle für die Ausreise von Ost nach West am Bahnhof Friedrichstraße, wird mit biografischen Beispielen, Originalobjekten und Zeitzeugeninterviews das Leben angesichts von Teilung und Grenze veranschaulicht. Die Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums vermittelt mit rund 7000 historischen Ausstellungsstücken einen Einblick in rund 1500 Jahre deutscher Geschichte. Den Schülerinnen und Schülern war schnell klar, dass man hier noch einmal hinkommen muss, wenn man wirklich alles gesehen haben will. Nach einer Mittagspause begab sich die Gruppe auf die Rückreise nach Merzig, wo man am späten Abend wieder eintraf.
Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von den PWG-Lehrkräften Aline Utter und Daniel Holz (Fachlehrer des Kurses). Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern zog man am Ende der Exkursion ein überaus positives Fazit. Der kurze Trip nach Berlin war zum Teil durchaus anstrengend, aber auch mit interessanten Erlebnissen und vor allem mit einem hohen Mehrwert für den Kursunterricht Geschichte verbunden.

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