PWG goes Ramstein

Eine besondere Exkursion führte 40 Schüler und Schülerinnen des Seminarfachs Business English (12/1) unter der Leitung von Frau Oberstudienrätin Marion Licht nach Ramstein-Miesenbach. Hintergrund war die eingehende Beschäftigung mit der Geschichte des amerikanischen Militärflughafens und der wirtschaftlichen Bedeutung der Stationierung von US-Truppen im benachbarten Rheinland-Pfalz.
Bereits im Jahre 1948 begann in Rheinland-Pfalz die Stationierung amerikanischer Truppen. Mit dem Neubau von insgesamt sieben NATO Militärflugplätzen wurde ein umfangreiches Investitionsprogramm gestartet, was alleine 20 000 Bauarbeitern Arbeit verschaffte. Für viele Deutsche eröffnete sich eine lukrative Einnahmequelle, indem sie ihre Häuser oder Wohnungen an US-Amerikaner vermieteten. Für andere bot sich die Möglichkeit als Zivilbeschäftigte bei den US-Streitkräften zu arbeiten.
Eine solche Zivilangestellte ist Frau Elke Sittel vom Verbindungsbüro des 86. Lufttransportgeschwaders, die auf der englischsprachigen Rundfahrt über die Base Fakten nannte, die die Schüler sehr beeindruckten. Die amerikanische Luftwaffe nutzt den Stützpunkt Ramstein mit seinen zwei Start- und Landebahnen vorwiegend als europäische Drehscheibe für Fracht- und Truppentransporte weltweit. Obwohl sich die Teilnehmer im Vorfeld intensiv auf die Exkursion vorbereitet hatten, hatten sie sich die räumlichen Ausmaße der größten Einrichtung der US Air Force außerhalb der Vereinigten Staaten so nicht vorgestellt. Nach den Sicherheitskontrollen war die Fahrt auf dem Kisling Memorial Drive für Jean-Luc‚ wie das Eintreten in eine andere Welt. Allein die schiere Größe des Areals war beeindruckend. Das militärische Gebiet erstreckt sich auf einer Fläche von 1 400 ha, die Entfernung vom East zum West Gate beträgt 5 km.

Das nahe gelegene Landstuhl Regional Medical Center ist das größte amerikanische Krankenhaus außerhalb der Vereinigten Staaten mit insgesamt 3 300 Mitarbeitern. Dieses Lazarett gewährt den im Irak und in Afghanistan verwundeten amerikanischen Soldaten die erste medizinische Versorgung vor ihrer Verlegung in ein Krankenhaus in den USA und betreut überdies medizinisch die Kaiserslautern Military Community.
In der Kaiserslautern Military Community leben über 50 000 Amerikaner. Der Flugplatz beschäftigt über 6 000 Zivilangestellte. Insgesamt sind Angehörige von 26 NATO Mitgliedsstaaten auf dem Flughafen angesiedelt. Im Durchschnitt leben 10-15 Generäle mit ihren Familien auf dem Gelände. Die Schüler erhielten einen Eindruck von den Wohn- und Lebensverhältnissen der amerikanischen Soldaten, die in der Regel für einen Zeitraum von 2-3 Jahren in Ramstein stationiert sind. Viktoria gefiel ‚das amerikanische Flair und für Paula fühlte sich der Besuch so an, als kämen wir geradewegs von Deutschland nach Amerika: überall amerikanische Bürger, die Sprache, die SUVs, Fast Food Restaurants ohne Ende und - für die Jahreszeit passend - Kürbisse in jeder Einfahrt. So erfuhren die Schüler, dass die Miete und die Nebenkosten der 500 ‚housing units’ vollständig vom Militär bezahlt werden. Die Vergabe der Wohnungen erfolgt nach der Größe der amerikanischen Familien und nicht nach dem Rang der Soldaten. Etwa die Hälfte der Soldaten muss sich nach Unterkünften außerhalb des Flughafens umsehen, wobei auch in diesem Falle nur die Differenz zu einer Wohnung auf der Base gezahlt werden muss.

Lisa-Marie hätte niemals eine solche Vielfalt an Einrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten erwartet. Abgesehen von einer eigenen amerikanischen Post, einer Feuerwehr, einer amerikanischen wie auch einer deutschen Polizeiwache verfügt die Base über zwei Hotels, das General Cannon Hotel und das Ramstein Inn, diversen Clubs, einen eigenen Golfplatz, ein Bowling Center mit 32 Bahnen, einer Halle, in der die verschiedenen Formationen der USAFE Band zuhause sind, zahlreichen Restaurants, eine großen Bibliothek, ImaxKinos, diverse Fitness Centern, ein Schwimmbad mit einem Trainingspool, in dem ‚open water survival‘ trainiert wird. Frau Sittel erklärte, dass die beiden ‚chapels‘ nicht mit konfessionsgebundenen Kirchen zu verwechseln sind, sondern religiöse Einrichtungen sind, die von allen Gläubigen genutzt werden können. Neben einem gut ausgebauten Netz von Kinderbetreuungseinrichtungen sind insgesamt 4 Schulen auf dem Gelände angesiedelt. Erstaunt waren die Schüler, dass Lehrer nur für ein Schuljahr eingestellt werden und Mütter nur den Anspruch einer sechswöchigen Babypause haben.
Im 2009 eröffneten KMCC wurde bei einer Führung auf die Bedeutung dieses riesigen Einkaufskomplexes für die US Bürger hingewiesen. Ms Clark von der Geschäftsleitung betonte, dass es zwar auch deutsche Geschäfte gibt, wie z.B. die Wasgau German Bakery, das Warenangebot sich aber sehr stark an den Wünschen der amerikanischen Kundschaft orientiert. Selbst US Produkte, die nicht auf Lager sind, werden innerhalb kurzer Zeit aus den Staaten eingeflogen. Das Informationscenter ‚Windows to Rheinland-Pfalz‘ und ‚Ramstein Tickets & Tours‘ dienen als Portal für die amerikanischen Soldaten, die ihren Aufenthalt in Deutschland nutzen wollen, Land und Leute kennenzulernen. Als ausgesprochen ‚angenehm’ bezeichnete Helena die Freundlichkeit der Soldaten wie auch der Angestellten in der Shopping Mall. Helene gewann den Eindruck, dass sich die Amerikaner hier wohlfühlen, sagte doch ein Soldat zu ihr ‚I love Germany‘.
Der anschließende Besuch im Docu Center Ramstein, dem Dokumentations- und Ausstellungszentrum zur Geschichte der US Amerikaner in Rheinland-Pfalz, wurde durch den Projektleiter, Herr Diplom-Geograph Herrn Michael Geib und der Kulturbeauftragten des Landkreises Kaiserslautern, Frau Dr. Georgia Matt-Haen, ermöglicht. In dem ‚Containerdorf‘ konnten einzigartige Dokumente und Objekte eingesehen werden. Die Schüler, die vor den Toren der Air Base die Gedenkstätte für die 70 Opfer der Flugtagkatastrophe vom 28. August 1988 besucht haben, wurde anhand von Dokumentationen das Ausmaß dieses Unglücks vor Augen geführt. Für Johanna war die Exkursion ‚ein sehr beeindruckender Ausflug, da man in Kontakt mit einer völlig neuen Welt kam.‘ Der Kursleiterin Frau Licht ist es wichtig, dass den Schülern auch außerhalb der Schule die Möglichkeit geboten wird, andere Lernorte zu besuchen und in diesem speziellen Fall eine amerikanische Institution hautnah zu erleben und so Land und Leute besser verstehen zu lernen. Ermöglicht wurde diese Exkursion durch die Vermittlung des Deutsch-Amerikanischen Instituts Saarbrücken.

Joomla 1.6 Templates designed by Joomla Hosting Reviews