„Erlebnis Großstadtlyrik“ zur Abiturvorbereitung am PWG

„Die Städte wollen nur das Ihre und reißen alles mit in ihren Lauf. Wie hohles Herz zerbrechen sie die Tiere und brauchen viele Völker auf.“ Mit diesen Zeilen beschrieb der Lyriker Rainer Maria Rilke im Jahre 1903 seine Eindrücke von der Großstadt. Im schulischen Umgang mit solchen Gedichten steht oftmals die Analyse und bisweilen kleinschrittige Interpretation im Vordergrund. Dass lyrische Texte aber auch anders wahrgenommen werden können, demonstrierten Eva Coenen und Nicolas Bertholet, Schauspieler am Saarbrücker „Theater Überzwerg“, am vergangenen Montag den Oberstufenschülern des Peter-Wust-Gymnasiums.

Im Rahmen einer einstündigen Lesung mit anschließender Diskussion zeigten sie, dass Gedichte das gesprochene Wort zur vollen Entfaltung brauchen. Für die Oberstufenschüler, die sich momentan auf das Deutschabitur im Frühjahr vorbereiten, war dies eine willkommene Abwechslung zum traditionellen Prüfungstraining. Denn die Rezitationsveranstaltung machte Lust, sich intensiver auf die vielfältigen Eindrücke der Pflichtlektüre einzulassen. Die Schüler konnten viele Themen des Lebensraums „Großstadt“ durch den interpretierenden Vortrag lautlich wiederentdecken. Mehr als 20 Gedichte wurde mit verschiedenen Inszenierungsformen und Schwerpunkten vorgetragen. Dazu zählten etwa die Erfahrungen von Isolation und Anonymität sowie der literarischen Verarbeitungen kriegsbedingter Zerstörung in Städten, aber auch Lebenslust und Dynamik, die nicht zuletzt städtischen Flair ausmachen. Die Rezitation war mit schauspielerischen und musikalischen Elementen verknüpft und bezog auch aktuelle Songs wie „Ich will nicht nach Berlin“ der Gruppe „Kraftklub“ mit ein.
Unterstützt wurde die Veranstaltung vom „Friedrich-Bödecker-Kreis-Saarland“, der sich für die Leseförderung der jungen Generation engagiert.

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