PWG-Schüler fit in modernen Umgangsformen

Die Tür öffnet sich. Der Bewerber für einen Ausbildungsplatz tritt freundlich grüßend und noch etwas unsicher ein. Die Chefin erhebt sich von ihrem Schreibtisch, geht mit einem freundlichen Lächeln auf den Bewerber zu und reicht ihm zur Begrüßung die Hand. „Guten Tag, Herr Schmitt, ich freue mich Sie zu sehen. Nehmen Sie bitte Platz. Darf ich Ihnen etwas zum Trinken anbieten?“ Dankend und sehr höflich lehnt der Bewerber Letzteres ab. „Haben Sie gut hierher gefunden?“, beginnt die Chefin das Gespräch. Der Bewerber nimmt den begonnenen Smalltalk gerne an und antwortet: „Ja, sehr gut. Von meinem Wohnort ist es ja auch nicht sehr weit bis Merzig.“ Das auf diese Weise beginnende Rollenspiel zur Simulation eines Vorstellungsgespräches bildete den Höhepunkt des Seminars „Benimm ist in“, das die Klasse 9dl/n des Peter-Wust-Gymnasiums Merzig kürzlich mit Vera Linnenweber, Trainerin für Moderne Umgangsformen, im Saal des Kolpinghauses Merzig durchführte. Das von der Union-Stiftung angebotene Seminar bot noch zahlreiche weitere Themen aus dem Bereich der gesellschaftlichen Umgangsformen, die auf großes Interesse der PWG-Schüler stießen.

Die freundliche Begrüßung mit Handschlag durch die Seminarleiterin Vera Linnenweber signalisierte den 26 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9dl/n ein freundliches Willkommen, bildete aber auch bereits eine Überleitung zur Thematik „Grüßen“ und „Begrüßen“. Die Schülerinnen und Schüler hörten sehr interessiert den Ausführungen Linnenwebers zu. „Mich hat überrascht, wie viel man da falsch machen kann“, kommentierte ein Schüler anschließend. Besonders wichtig war, dass die Teilnehmer nochmals für die Bedeutung des Grüßens sensibilisiert wurden. Durch Grüßen und Zurückgrüßen mit Blickkontakt und einem Lächeln wird anderen Menschen Wertschätzung vermittelt. Eine derartige „Benimm-Regel“ ist also keineswegs Selbstzweck. Auch das zweite Thema, die sog. „Tischmanieren“, stieß auf lebhaftes Interesse. Hier ging es auch um das richtige Eindecken des Tisches und die korrekte Anordnung von Besteck und Gläsern. Nach weiteren Erläuterungen zum Verhalten während des Essens und deren praktische Anwendung beim gemeinsamen Mittagessen in der Gaststube des Kolpinghauses sahen sich die Neuntklässler für künftige Restaurant-Besuche bestens gerüstet. Nach dem Mittagessen stand das richtige Auftreten bei Vorstellungsgesprächen im Mittelpunkt, was die Schülerinnen und Schüler der Klasse sich gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer als Schwerpunkt des Seminars gewünscht hatten. Hier wurden die Schüler darauf hingewiesen, dass eine gepflegte Erscheinung bei einem Vorstellungsgespräch besonders wichtig ist und auf welche Details es bei der Auswahl der angemessenen Kleidung ankommt. Außerdem informierte Frau Linnenweber darüber, mit welchen Fragen man bei Vorstellungsgesprächen rechnen muss. Neben Fragen zur eigenen Persönlichkeit und schulischen Qualifikationen und Interessen können dies auch grundlegende Fragen zum Ausbildungsbetrieb sein, bei dem man sich bewirbt. Wer sich z.B. bei einem Industriebetrieb bewirbt, sollte auf die Frage, was dort eigentlich hergestellt wird, natürlich antworten können. „Es war sehr interessant zu erfahren, welche Bedeutung der erste Eindruck und die Körpersprache gerade bei einem Vorstellungsgespräch haben“, hob ein Schüler anschließend hervor. In diesem Teil des Seminars wurde auch das eingangs erwähnte Rollenspiel durchgeführt, bei dem sich der betreffende Schüler als Bewerber im Gespräch mit Frau Linnenweber als Chefin schon sehr professionell verhielt.
Besonders gut gefiel vielen Schülerinnen und Schüler außerdem die Auflockerung und Motivation durch ein Quizspiel, in dem es für richtige Antworten Gummibärchen gab. Dabei ging es auch um den erheblichen Wandel von Umgangsformen im Laufe der Zeit und die Unterschiede in unterschiedlichen Kulturen. Frau Linnenweber ging auch auf alle Fragen der Schülerinnen und Schüler ein, die großes Interesse an den Seminarthemen zeigten.
Der Umstand, dass viele Schüler in der Vorstellungsrunde auf die Frage, was sie unter schlechtem Benehmen verstünden, Mobbing nannten, machte deutlich, dass sie keinen verengten Blick auf die Thematik haben. Moderne Umgangsformen können aber in vielen Fällen zu einem fairen Miteinander beitragen. Natürlich ist die Vermittlung menschlicher Werte wie Hilfsbereitschaft, Toleranz, usw. hierfür von zentraler Bedeutung, worauf am PWG selbstverständlich großer Wert gelegt wird. Am Ende des Seminars wurden die Schülerinnen und Schüler mit einem Teilnahme-Zertifikat und der Minibroschüre „Anti-Blamiertipps für Jugendliche“ zufrieden und mit vielen neuen Erkenntnissen nach Hause entlassen. „Das war ein sehr interessantes und lehrreiches Seminar“, lautete das Fazit sehr vieler Schülerinnen und Schüler. Andere meinten auch: „Ich konnte sehr viel für mein späteres Leben lernen.“
Übrigens: Ein angebotenes Getränk hätte der Schüler im simulierten Vorstellungsgespräch ruhig annehmen können. Für solche Situationen hatte Frau Linnenweber aber auch einen weiteren wichtigen Tipp parat: Nie einen Latte Macchiato oder andere Extrawünsche bestellen, wenn bereits Kaffee oder Mineralwasser bereitstehen.

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