Volkstrauertag in Merzig

Tag der Mahnung zum Frieden

Am Sonntagmorgen haben zahlreiche Merzigerinnen und Merziger den Opfern von Krieg und Gewalt erinnert. Dabei stand die Veranstaltung, die in jedem Jahr am Volkstrauertag stattfindet, ganz im Zeichen der schrecklichen Ereignisse von Paris, bei denen am Freitagabend durch einen Terrorakt fast 130 Menschen ihr Leben verloren haben. Bürgermeister Marcus Hoffeld ging in seiner Ansprache mit sehr emotionalen Worten darauf ein. Schülerinnen und Schüler des Merziger Peter-Wust-Gymnasiums gestalteten die Gedenkfeier mit und gaben ihr damit einen würdigen Rahmen.

Viele Merziger haben sich auf dem Propsteifriedhof versammelt, um gemeinsam an die Toten von Krieg und Gewalt zu erinnern. Es waren deutlich mehr Menschen gekommen, als in den Jahren zuvor. Vielleicht wegen der Ereignisse in Paris. So verwunderte es nicht, dass sich der Inhalt der Rede von Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld veränderte. Er schloss die Opfer von Paris in seine Gedanken mit ein. „Heute, am Volkstrauertag erinnern wir an Kinder, Frauen und Männer, die ihr Leben lassen mussten, weil Krieg, Gewalt und Terror herrschten“, begann Hoffeld seine sehr emotionale Rede. „Wir gedenken am heutigen Tag auch Jenen, die bei Terroranschlägen, wie am Freitagabend in Paris, ihr Leben ließen“, so Hoffeld weiter.
Der Bürgermeister lenkte das Erinnern auf das Ende des zweiten Endkrieges, vor 70 Jahren, bei dem binnen sechs Jahren 55 Millionen Menschen auf vier Kontinenten ihr Leben ließen. Dabei könne die heutige Generation nur erahnen, welches Leid und Elend die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten über die gesamte Welt gebracht habe. Dabei verblassten die Erinnerungen mehr und mehr. „Viele von uns vergessen Ursachen und Zusammenhänge der beiden Weltkriege“, mahnte Hoffeld. Doch berge dieses Vergessen ein hohes Risiko. „Denn wenn man sich des Vergangenen nicht bewusst ist, läuft man Gefahr, es zu wiederholen.“

Vermutlich hat Hoffeld Recht, wenn er vor dem Vergessen warnt. Denn gerade die Krisenherde im Nahen Osten zeigten, wie schnell Frieden, Freiheit und Wohlstand in Hass, Krieg und Gewalt umschlagen könnten. „Wir wissen, spätestens seit Freitagabend, dass Friede keine Selbstverständlichkeit ist, wie schnell der Friede durch feige Terroranschläge, in seiner Existenz bedroht ist“, sagte Hoffeld nachdenklich. Deshalb müssten die Geschehnisse der Geschichte und die aktuellen Terroranschläge als Mahnung verstanden werden und als Auftrag, für Frieden, Freiheit und Völkerverständigung einzustehen.
Die Rede des Bürgermeisters hat die Menschen berührt, ebenso die Vorträge von Schülerinnen und Schüler des Peter-Wust-Gymnasiums. Der Unterstufenchor „d’acC(h)ord“ der Klassen fünf bis sieben sangen unter der Leitung von Thomas Berger Lieder, die für diesen Anlass nicht besser hätten ausgesucht werden können. Die Ergriffenheit der Zuhörer übertrug sich auf den Chor. Mit einem Mal verwandelte sich die Einsegnungshalle in einen Ort des Gedenkens. Es ist die Kraft der Musik, die dies erreicht hat.
Nicht weniger eindruckvoll waren die Wortbeiträge der Schüler aus der Klassenstufe neun. Wie im vergangenen Jahr hat  Isabel Therre mit ihren Schülern im Geschichtsunterricht die  Zeit der beiden Weltkriege behandelt  und mit ihnen Wortbeiträge verfasst, die einige von ihnen am Sonntagmorgen vorgetragen haben. Sie gedachten somit auf ihre Weise den Toten. Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker und an jene die getötet wurden, weil sie einer anderen Rasse angehörten. Aber die Jugendlichen beteten auch zu Gott. Möge der Herr den Frieden auf der Welt festigen, der durch Konflikte bedroht sei. Es waren Wortbeiträge, die zum nachdenken anregten und über die sich die Menschen noch nach der Veranstaltung unterhalten haben. Wie über die feierliche Kranzniederlegung, die von Mitgliedern der Merziger Feuerwehr und von Soldaten der Bundeswehr mit gestaltet wurden. Als das Lied „Ich hatte einen Kameraden“, auf der Trompete gespielt wurde, legten Marcus Hoffeld und auch die Bundeswehr Kränze zum Gedenken am Mahnmal nieder.  

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