PWGler schnuppern Uniluft

127 Fünftklässler des Peter-Wust-Gymnasiums Merzig besuchten die Kinderuniversität an der Universität des Saarlandes

Am vergangenen Donnerstag war es soweit: 127 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 5 machten sich gemeinsam mit ihren Klassenlehrern und der Abteilungsleiterin Didaktik Marion Licht auf den Weg zu einem erlebnisreichen Programm an der Universität des Saarlandes, das um 9.00 Uhr mit der Begrüßung durch das Presseteam am imposanten Campus Center begann.  Im Hörsaal der Juristen wurden sie von Frau Dagmar Weber und Frau Claudia Ehrlich willkommen geheißen. Den Schülern wurde die Gelegenheit gegeben, in zwei Gruppen alternierend ein Seminar zu besuchen und auf eine Campus-Entdeckungstour zu gehen.

Das Seminar „Warum Nein nicht überall Nein ist“ wurde von Herrn Dr. Stefan Diemer und Frau Marie-Louise Brunner geleitet. Die beiden Dozenten verstanden es hervorragend, die Schüler auf eine 75-minütige Reise durch andere Kulturen mitzunehmen und aktiv einzubinden. Ausgangspunkt war, dass es oft schwer ist, andere Kulturen zu verstehen. Die Schüler fanden schnell heraus, dass es Unterschiede gibt zwischen den Kulturen, sei es beim Essen, im alltäglichen Leben oder bei der Sprache. Das ist der Grund, warum es oftmals zu Missverständnissen kommt. Auf ihrer Reise lernten die Schülerinnen und Schüler an ganz konkreten Beispielen, sich auf die Kultur anderer einzustellen. Dazu reisten sie ins Ausland, zum Beispiel nach Afrika, China, Japan und Brasilien. Gemeinsam mit den Dozenten erforschten sie problematische Fälle in der Sprache wie auch in der Werbung. So wurden sie mit der Frage konfrontiert: „Welches Tier tankt ihr?“ Die Antwort war einhellig: „Pack den Tiger in den Tank!“ Die Fünftklässler erfuhren, dass die Firma Esso mit diesem Werbeslogan kein Benzin in Indien verkaufte. Marktforscher fanden heraus, dass die rückläufigen Umsatzzahlen darauf zurückzuführen sind, dass in Indien Tiger als überaus gefährlich und lebensbedrohlich gelten. Aus diesem Grund hat Esso den Tiger gegen einen Elefanten ausgetauscht – folglich tankten die Inder wieder Esso.
Interessant war, was Leute aus anderen Ländern über uns Deutsche denken und welche Erfahrungen deutsche Studenten bei ihren Auslandsaufenthalten machen. So wird – anders als in Deutschland - Pünktlichkeit z.B. in Ghana viel lockerer gesehen, ein Land, wo Autofahrer auch ganz einfach mal im fließenden Verkehr anhalten, um sich mit einem Passanten zu unterhalten und Fußgänger kreuz und quer über die stark befahrenen Straßen laufen.
In Planspielen wurde heftig darüber diskutiert, warum die Verständigung oft nicht klappt und wie es besser gehen könnte.
So war allen Schülerinnen und Schüler am Ende des Seminars klar, dass nicht jede Person in der eigenen oder einer anderen Kultur gleich denkt und handelt. Sie wurden sensibilisiert, diese Unterschiede zu erkennen und mit ihnen umzugehen und mit Hilfe dieses Wissens Missverständnisse zu vermeiden oder zu beseitigen. Das eigene Handeln zu reflektieren und das Verhalten von Menschen anderer Kulturen erst einmal genau zu beobachten und keine voreiligen Schlüsse zu ziehen ist die goldene Regel für ein gutes Miteinander– sei es in den Ferien oder im Schulalltag. Alle waren sich einig darüber, dass man im Umgang miteinander nur voneinander lernen kann. Matteo aus der Klasse 5a meinte: „Ich fand das Seminar sehr interessant, und ich habe viel dabei gelernt“.
Bei der Campus-Entdeckungstour zeigten sich die Fünftklässler sehr überrascht über die Größe des Campus. In der Uni-Bibliothek bestaunten sie die überwältigende Zahl von Büchern, im Großen Hörsaal der Juristen durften sie sogar in eine Vorlesung hinheinhören und schließlich wurde ihnen im Fachbereich Mechatronik an praktischen Beispielen gezeigt, wie hier geforscht wird. Lorenz aus der 5a sagte: „Ich fand alles in allem toll, vor allem die Technik mit den Robotern und die Bibliothek haben mich sehr beeindruckt“.
Nach der offiziellen Verabschiedung durch das Dozententeam und den Vertreterinnen der Pressestelle waren sich schon viele Schüler einig, dass sie später einmal studieren wollen. Die unterschiedlichsten Berufswünsche wurden vorgestellt, und es war allen klar, dass sie ein gutes Abitur machen müssen um ihre Träume zu realisieren.

Die Kinderuniversität wird unter dem Motto „Wissen macht Spaß“ von der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit der Saarbrücker Zeitung veranstaltet. Für Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren gibt es in jedem Semester an drei oder vier Terminen spezielle Vorlesungen, bei denen Professoren ihr Fachgebiet leicht und verständlich vorstellen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.uni-saarland.de/kinderuni.
Im Rahmen des Festaktes zum 125-jährigen Bestehen des Peter-Wust-Gymnasiums hält Herr Professor Dr. Hubert Zimmer von der Universität des Saarlandes, Fachbereich Allgemeine Psychologie und Methodenlehre, einen weiteren Vortrag der Kinderuniversität mit dem Thema „Verändern Smartphones & Co unser Lernen und Erinnern? - Antworten der modernen Hirnforschung“, zu dem alle Schüler, Eltern, Kollegen und Freunde des Peter-Wust-Gymnasiums herzlich eingeladen sind.

 

 

Joomla 1.6 Templates designed by Joomla Hosting Reviews